Thursday, July 04, 2013

Zwischen Phantom und Traum ...

Dreizehn Stunden unterwegs und kein bisschen Langeweile ...

Freitagnachmittag in Wittmund. Dieses Kaff knapp hinter Niedersachsens Nordseeküste steht Kopf. Die Hauptattraktion im Dorf, das Phantom, lockt schon vor dem Main Event Tausende Fans an. Sogar das Wetter hat sich herausgeputzt. Es giesst wie aus Kübeln.



Während andere sich nun auf die Resten des Bierkastens vom Donnerstag stürzen, mache ich mich auf den Weg in den Süden. Im Süden, bei mir zu Hause haben die Massen ein Date mit der Mryia. Die Logik besagt, dass wenn in A und B gleichzeitig etwas stattfindet, man sich für einen Ort entscheiden muss. Doch da habe ich was dagegen. Ich verbinde das Phantom mit dem Traum. Koste es was es wolle.

Um Viertel nach Sieben fährt mein Zug ab Wittmund. Bis dahin bleibt mir Zeit, meine Gefechtspackung so zu richten, dass sie beim mehrmaligen Umsteigen bis Basel möglichst handlich wird. Zwei Paar durchnässte und durchlöcherte Socken wandern sogleich in den Abfallkübel. Bis der Zug endlich kommt werde ich Ohrenzeuge eines medizinisch hochstehenden Gespräches: "Papi hat Zahnschmerzen, aber wenn Papi Bier trinkt, dann verschwinden diese". Ich hoffe, dass das doch eine Ausnahmeerscheinung sein möge, aber dann bietet mir im Zug eine zweibeinige personifizierte Alkfahne eine Whiskey-Cola oder dergleichen an. Ich lehne ab.

Etappe 1 dauert nur gerade eine halbe Stunde. In Sande wechsle ich von einem lieblosen Triebwagen in den nächsten. Nun werde ich zwei Stunden tiefgefroren, bis ich gegen zehn Uhr abends Osnabrück erreiche. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn mir die Mädels von nebenan einen Schluck oder zwei von ihrer Vodka-Fanta anbieten würden. Egal, aufwärmen kann ich mich auch draussen an der frischen, aber im Vergleich zu im Zug fast schon warmen Luft. Gut 30 Minuten muss ich warten und dann kommt der erste "richtige" Zug meiner langen Reise, ein IC bis nach Köln. Der hat Steckdosen für Handy und Laptop, damit ich endlich meine Buchhaltung nachführen und meine Verbindung zur Aussenwelt wieder einschalten kann. Denkste. Stattdessen öffnet sich das Fenster laufend von selbst.

Köln Hbf habe ich als längsten Unterwegshalt auserkoren. Zwischen 1 und 3 Uhr nachts ist ein 24-7-McDonalds genau das Richtige, um etwas zwischen die Zähne zu kriegen und dann möglichst koffeinhaltig runterzuspülen. Zumindest kurzfristig wirkt das ganz gut. Aber ich komme mir nur minim albern vor mit meinem schweren Gepäck. Vor allem die Trittleiter fällt in mitten aller spätpubertären Ausgängern grad mal gar nicht auf. Ich warte unten an der Rolltreppe, bis meine Weiterfahrt um 03.16 Uhr näher kommt. Ein eindeutig nicht 100%ig fitter Herr biegt auf die Rolltreppe ein, schlägt am Rand an, kippt auf die andere Seite, kippt um. Purzelt. Zweimal. Dreimal. Ein aufmerksamer Passant eilt hinterher und dieser Abenteurer einer Rolltreppe bekommt Besuch von vier Polizisten. Zum Glück fährt schon bald mein Zug.



Auf dem Weg nach Frankfurt nicke ich - wie insgeheim geplant - auch mal kurz ein. Derweil bekommen meine lebensnotwendigen Geräte endlich die Gelegenheit, sich mit Strom vollzusaugen. Da der Zug irgendwie irgendwo aufgehalten wird, dauert mein Nickerchen sogar länger als geplant. Als ich im ersten Tageslicht am Frankfurter Flughafen ankomme, bin ich also fitter als geplant. Für die zweieinhalbstündige Zielgerade bis nach Basel lade ich noch einmal Koffein nach. Nach über dreizehn Stunden wuchte ich am Badischen Bahnhof in Basel dann noch ein letztes Mal mein ganzes Gepäck aufs Mal aus dem Zug. Per Taxi fahre ich nach Hause, wasche mir dort Schweiss und Schmuddel runter. Dann werfe ich mich in frische, trockene Kleider und steige aufs Fahrrad. Draussen giesst es wie aus Kübeln ...



Aber nicht für ewig. 24 Stunden nach dem Phantom habe ich auch die Antonov An-225, die Mriya, den Traum in trockenen Tüchern!

Sunday, November 04, 2012

SIE - Teil II

Fortsetzung dieser Geschichte, aus leicht anderer Perspektive:

Da kommt SIE. Ich fühle mich von ihr geblendet, auch wenn das realistisch betrachtet viel mehr an der tief stehenden Abendsonne liegt. Bald wird auch die Sonne hinter den französischen Alpen verschwinden und uns nicht weiter zusehen. Wir haben uns verabredet, ein paar hundert Meter vom Hauptgebäude entfernt. Sie ist schüchtern, möchte lieber nicht von der breiten Masse erkannt werden. Doch wie soll das gehen? Ihre Aura, ihre Figur, ihr Ganzes ist einfach dafür gemacht um aufzufallen.

Vorsichtig taste ich mich an sie heran und taste sogleich ihr Äusseres ab. Da stimmt einfach alles. Ihre Haut ist tatsächlich so glatt wie immer behauptet wird. Der Sand scheint entweder nicht so schlimm zu wirken oder ihre Männer leisten tagtäglich eine Riesenarbeit. Nun bin ich an der Reihe. Ich mache ihr Loch frei.


50 Tonnen BP.

Thursday, July 05, 2012

Halali

Mein Herz schlägt immer höher, bald geht sie los, die Grosswildjagd auf der Insel. Aber eine Frage beschäftigt mich nun schon eine Weile.

Ist es ein Zufall, dass die einzige Frau in unserer Jagd-Runde ausgerechnet Diana heisst?

Thursday, June 28, 2012

Enges Höschen

Montagabend in Barce ... äh eben nicht! Noch sind wir 70 Kilometer von Barcelona entfernt und der Bus steht noch immer nicht da. Nach vier heissen Tagen mit Stäubchen, Belle und Konsorten steht diese letzte Dienstreise in diesen zwei Jahren doch noch unter einem schlechten Stern. Ich bestelle Taxis und als diese kommen, kommt auch der Bus. Doch noch. Um neun Uhr geht der Flieger, um acht Uhr müssen wir in Barcelona sein. Auf dem Weg nach Barcelona wird mir klar - das wird ein enges Höschen! 


Eine Handorgel auf der Autobahn lässt mein Herz in die Hose sinken und die Herzen meiner Kollegen wohl stillstehen. Das Höschen wird enger und enger und zu allem Überfluss lädt uns der Busfahrer noch weit weg vom Terminal aus. Jetzt muss es mehr als schnell gehen. Gepäck raus, Beine unter die Arme. Im Laufschritt meiner Nase nach streben wir dem richtigen Terminal zu. Als wir dort ankommen wird unser Flug schon ausgerufen. Als selbsternannter Profi helfe ich meinen Begleitern beim Check-In. Zehn Minuten nach dem ich als Erster zur Tür des Flughafens herein kam gehe ich als Letzter durch die Sicherheitskontrolle. Auf einem Airport vergleichbarer Grösse habe ich sowas noch nie erlebt. Mein Puls senkt sich allmählich. Wir steigen in den Flieger ein und ich nehme in der Nähe von Stäubchen und Belle meinen Platz ein. Auf dem Weg zur Startbahn gibts eine Flughafenrundfahrt der Extraklasse. Mein Puls steigt sogleich wieder.


Völlig unerwartet bekunden auch die Herzdamen in der Reihe hinter mir Interesse an dem, was sich da tut und was da steht und rollt. Wir sind ca. Nummer fünf an der Startbahn, als ich den Damen das Startprozedere erkläre. Eine scharfe Linkskurve über den Strand wird es und Stäubchen hält schon mal den Atem an. Belle fragt nach dem Kopf auf dem Norwegerflieger vor uns. Sie hat einen alten Freund vor sich.


 


Ibsen.

Saturday, June 02, 2012

Sie!

Er hat ein Foto von ihr. Er auch. Und sie hat sie auch schon fotografiert. Aber ich nicht. Mein Selbstwertgefühl ist im Keller, nichts kriege ich mehr hin. Dabei ist sie so geil. Ihre inneren Werte sind unbestritten top, doch ihr Äusseres ist noch einmal eine Klasse für sich. Ihre säuselnde Stimme, ihre zart geschwungenen Linien, alles an ihr macht mich an. Lange hatte ich gehofft, dass sie auf mich zukommen würde, wie dies viele andere auch schon getan hatten. Doch dieses Foto muss ich mir wohl ein wenig härter verdienen. Dieses Mal ist es an mir, auf sie zuzugehen. Ich versuche mein Glück in London, denn dort wurde sie zuletzt gesehen. Praktisch jeden Tag zur selben Zeit soll sie an der selben Tankstelle aufgetaucht sein. Ich frage mich zu jener BP-Tanke im Südwesten Londons durch und glaube Glück zu haben. Doch als sich pünktlich mittags die Ladentür zum x-ten Mal öffnet steht wieder nur ein biertrinkender Engländer auf der Schwelle. Ein von Foto von ihm? Nein, danke! Als ich nach Hause komme, fühle ich mich gemobbt. Nicht nur ist es so, dass ich mein Foto nicht bekommen habe. Nein, ich werde wiederum verfolgt von Gestalten, die meinen, mir ihre Fotos von ihr unter die Nase reiben zu müssen. Warum sollen die alle ihre Befriedigung haben und ausgerechnet ich nicht? Ein Foto jagt das andere, eines schöner als das andere und überall ist sie drauf. Die Leute, die ich meine Freunde nenne werden immer mehr zu meinen Feinden. Ich bin verbittert, aber immer noch geil - auf sie! Wieder erreichen mich gut gemeinte Tipps, ich solle es doch mal in Paris probieren. Offenbar hat sie ein Flair für grosse Städte. War ja eigentlich klar, denn ich wohne in einer Kleinstadt, da bewegt sie ihren Hintern bestimmt nie her. Ich setze mich in den TGV, mahle ein Croissant und schlürfe meinen Kaffee auf dem Weg durch das ewig schöne Frankreich. Doch was da draussen vor sich geht kann mir heute nichts anhaben. Die Musik auf dem iPod, meine alten Fotos auf dem Laptop, nichts gefällt mir heute. Heute zählt für mich nur eins - sie! Ich stehe in Paris am Strassenrand, warte darauf, dass sie irgendwann einmal daher kommen mag, damit ich endlich mein Foto von ihr bekomme. Passanten starren mich an, gefühlte hundert Polizeiautos fahren vorbei. Das hundertunderste hält an. "Vos papiers s'il vous plaît!". Ich zeige den Gendarmen meine Papiere. Doch das reicht ihnen nicht. Sie wollen wissen worauf ich aus bin. "J'aimerais faire une photo d'elle" kriege ich auf Französisch gerade so knapp noch über die Lippen. "Photo? C'est Interdikt! No Photo!" Die Ausdrucksweise der Gendarmen ist nicht Deutsch aber immerhin deutlich. Sie geben mir zu verstehen, dass ich es vergessen soll. Auf der Heimfahrt betrinke ich mich mit Rotwein und bin mir sicher - wären die Bullen nicht gekommen, ich hätte jetzt mein Foto von ihr. Nun will ich es erst recht wissen. Ich besorge mir jede erdenkliche Information über sie, die ich gerade bekommen kann. Ich bin noch immer an meiner Recherche, als es draussen schon wieder taghell ist. Sie ist berühmt auf der ganzen Welt, doch wie ich erfahre, war ich bislang auf der falschen Fährte. London scheint ihr zwar zu gefallen und Paris findet sie auch ganz nett. Aber eigentlich soll sie in Abu Dhabi daheim sein. Bei den Schönheiten dieser Welt scheint dies heutzutage in Mode zu sein. Aber als einfacher Mann sehe ich da einfach keine Chance. Wie soll ich ausgerechnet in Abu Dhabi zu meinem Foto von ihr kommen? Zum x-ten Mal packe ich meine Siebensachen. Meine Kameras, meine Objektive, Speicherkarten, Filme, die Sonnencreme mit Schutzfaktor 60 und ein geklautes Foto von ihr. Man will sich in einem Land, in dem alles verschleiert ist ja schliesslich zu ihr durchfragen können. Ehrlich gesagt frage ich mich, ob sie in der Wüste denn auch eine so gute Figur abgeben würde. Die trockene Luft und der Sandstaub hätten ihr doch bestimmt etwas anhaben können. Ich schaue mich umgehend wieder das geklaute Foto an. Sie sieht einfach perfekt aus, wie soll ihr irgendjemand auch nur irgendetwas anhaben können? Und überhaupt, wenn ich jetzt nicht mein eigenes Foto von ihr bekommen sollte, hat mein Leben denn noch einen Sinn? Beim Anwesen ihrer Familie lege ich mich auf die Lauer, aber nicht für lange. Innert Minuten grinsen mich vier Araber und ebenso viele Sturmgewehre an. Mit Händen und Füssen versuche ich mich zu erklären. Klar, nicht jeder und schon gar nicht jede ist gleich scharf darauf, fotografiert zu werden, aber diese Herren verstehen mich irgendwie nicht. Womöglich liegt das an meinem schlechten Arabisch. Höchstwahrscheinlich hatten sie aber einfach nicht gleich viel für sie übrig für sie wie ich. Andere Länder, andere Sitten. Nach dieser Nahtoderfahrung gönne ich mir zwei Wochen Urlaub auf den Seychellen. Die sind etwa gleich weit entfernt von ihrem Zuhause wie Mallorca von mir daheim. Die Kamera liegt immer schussbereit in der Tasche. Man weiss ja nie, wenn sie plötzlich auftauchen sollte. Die zwei Woche vergehen, es tut sich rein gar nichts. Ich verfärbe mich äusserlich erst rot und dann braun, innerlich grün und blau. Der Heimflug ist eine Qual, denn im arabischen Flieger gibt es keinen Alkohol. Die Heimreise à la Paris fällt aus und dennoch geht es mir schlimmer als im damaligen Zustand. Ich sehne mir einen Absturz herbei, denn so kann es nicht weiter gehen. Verbittert und verkatert lege ich mich daheim in die Wiese, beschliesse, ein paar Vögel zu knipsen. Da taucht sie im schönsten Licht am Himmel direkt vor mir auf. Mein Leben hat wieder einen Sinn!

Thursday, March 29, 2012

Zurück in meiner zweiten Heimat

Es war ein Sonntag wie viele andere. Oder halt eben auch nicht ...

Dreieinhalb Monate ohne ein Foto von meinem Heimairport sind vermutlich meine persönliche Bestleistung seit 2004 und alle meine Freunde, die ich getroffen habe bestätigten mir dies auch. Ich kam mir beinahe so vor, als wäre ich seit dreieinhalb Jahren nicht mehr aufgetaucht. Rugby schauen im Pub, Fasnacht, Shoppen mit Stäubchen und Belle, Skifahren im Dauerschneefall und zwischen durch gar arbeiten machten mir mein Hobby-Leben nicht immer einfach.

Aber dann wars halt eben doch wieder wie früher, mit dem holländischen Langstreckenbomber:



Mit easyJet-Feuer aus allen Rohren:



Brit Air. Also, ähm, doch nicht ganz wie früher:



Und bei Air Berlin wurde es sogar noch sentimental:



Sentimental ging es auch neben der Piste zu und her. Wie habe ich die Fachsimpeleien vermisst, die Erinnerungen an gute alte Zeiten, an denen ich mit viel Verpflegung gegen Mittag aufgetaucht und stets kurz vor Sonnenaufgang wieder abgezogen bin. Vielleicht ist es ja bald mal wieder so weit ... :)

Monday, January 30, 2012

Sunday, January 29, 2012

Back into the mix

Aua, meine Knochen! Ich werde so langsam alt!

Meine ersten Gedanken als am Samstag früh mein Handy mich weckte waren eher schmerzvoll als von Vorfreude geprägt. Doch ich konnte mich doch nicht einfach so hängen lassen. Das geht an vielen Samstagen im Jahr, aber nicht am WEF-Samstag. In Zürich warteten dutzende Flieger darauf, von mir fotografiert zu werden.

Gehetzt gings an den Bahnhof und von dort mit dem TGV durch die verschneite Landschaft nach Zürich. TGV und Schnee? Nein, passt definitiv nicht. TGV assoziiere ich mit Paris, mit Frankreich allgemein, mit schönen Frauen und schönem, warmem Wetter. Zum Glück dauert die Reise nach Zürich nicht mal eine Stunde und im dortigen Hauptbahnhof hatte mich für das letzte Teilstück zum Airport auch die SBB wieder.

Draussen auf der Besucherterrasse wollte ich mit dem Fotografieren loslegen. Eigentlich. Doch erst wurden Hände geschüttelt. Franzosen, Deutsche, Österreicher, ein paar Schweizer und ein einsamer Neuseeländer, irgendwie kenne ich zu viele Leute. Für ein Foto oder zwei reichte es, da wartete schon der Tourbus auf mich. Der Kollege, den es seit Jahren nach einem BBJ lüstet hatte mich dazu überredet. Nun lasse ich ein paar Bilder sprechen, meine Knochen wollen geschont werden:











Friday, January 27, 2012

Ich

Eigentlich wollte ich mich hier und jetzt an Hansi Hinterseer auslassen, aber dann habe ich mich doch noch besinnen mögen und habe stattdessen meine volle Aufmerksamkeit auf mich gelenkt:

Ich bin

- gebildet
- ausgebildet (so ca.)
- weitergebildet (naja)
- ab und zu irgendwo abgebildet

Und sonst bin ich vor allem eingebildet. Jawoll, manchmal fühlt sich Einbildung richtig gut an!

Friday, January 20, 2012

Sack

Biologie war noch nie mein Ding. Aber dafür habe ich ja Kollegen/-innen, die mir solche Dinge immer wieder gerne erklären.

" ... weil ... ich habe ja vorne keinen Sack!"

Stimmts, Stäubchen?

Monday, November 15, 2010

Try Time!

Was hier folgt ist für mich irgendwie einfach schwierig, auf deutsch zu beschreiben, da ich mir meine Rugbymatches immer noch gezwungenermassen entweder auf Französisch oder Englisch reinziehe. Es soll eine Beschreibung dessen sein, was sich letztes Wochenende in den "Headquarters of Rugby", der grossen Arena von Twickenham im Süden Londons abspielte. Und nicht nur dort ...

It doesn't get any bigger - Twickenham is THE place for any important Rugby match. In recent years clashes between England and Australia were a bit one-sided due to the Rose XV's inability to disconnect from a game plan that was to cart up the ball and then give it to their goalkicker. And even in cold November, something different was brewing over Twickenham.

"Archi-comble" sagen die Franzosen dem, wenn das Stadion ausverkauft ist. Und so gehört es sich für einen Wettkampf zwischen Pommies und Aussies. 82000 gehen in "HQ" rein und ebenso viele waren da. Entweder gelb-grün oder weiss-rot. Etwas dazwischen gibts kaum. Wobei ... eigentlich doch. Die Bindungen zwischen den beiden Nationen sind wiederum so eng, dass in jedem ein bisschen Blut des anderen fliesst. Aber da machte am Mittag die Kunde die Runde, dass die Engländer antrazit-grau tragen würden. Ich sagte doch, es wehte ein anderer Wind über Twickenham.

Based on recent results there was no favourite. England had beaten the Wallabies in Sydney in June but only a fortnight ago, die Aussies had stunned the All Blacks of New Zealand in Hong Kong. England were expected to keep it tight around scrums, rucks and mauls. But ... instead of giving a away shedloads of penalties and a yellow card in each half they hit the ground running. And when Chris Ashton cleared Drew Mitchell to score the game-breaking 100m-try for England, he did not only take the roof off Twickenham. Just about any english pub around the world that had the game on must now be a space of open air ...

Es gibt weiss Gott dümmere Beschäftigungen an einem Samstagnachmittag im November. Und nächsten Samstag wieder alles von vorne ... :)

JOELATBSL

Thursday, September 02, 2010

Who let the dogs out?!

Fedex ist unterwegs und nicht aufzuhalten. Der berühmteste Schweizer bewegt sich grad bei 40 Grad eiskalt über den Hartplatz. Der Gegner ist begeistert von der Möglichkeit, sich seinem Vorbild mal nähern zu dürfen. Zum Lachen hat er jedoch grad gar nichts. Das Publikum hat noch nicht einmal Fedex' berühmten "Tweener" zu sehen bekommen.

Was bewegt einen also dazu, sowas sich anzusehen? Die Antwort lautet "SF zwei". Was die Kommentatoren Bürer und Günthardt seit Jahren leisten, gehört zum Besten was das Schweizer Fernsehen zu bieten hat. Die Mischung machts halt einfach. Die teils stundenlangen Übertragungen werden aufgelockert mit gelegentlichen Einschüben, die an Stand-Up-Comedy erinnern.

Günthardt ist der ehemalige Tennisprofi und heutige Coach, der sich an allerlei kuriose Matches erinnern mag. Dauert ein Match genug lange, bekommt man als Zuschauer stets einige Anekdoten aus vergangenen Tagen serviert. Gildemeister, Chang, Becker, Kournikova, Nadal, Federer, alle bekommen sie ihr Fett ab. Einer der jüngsten Einträge in diese endlose Datenbank ist der Amerikaner John Isner, der in Wimbledon dieses Jahr über 100 Asse in einem einzigen Match schlug - und dieses nach elf Stunden Spielzeit verlor!

Vereint lassen sich die Mikrofon-Buben jeweils an allem um ein Match herum aus. Beispielsweise über die Namen der Hunde von Tennisspielerinnen. "KD" hiess derjenige der ehemaligen Welt-Nummer-1 Martina Navratilova, "KD" für "Killer Dog". Derjenige von Maria Sharapova hört auf den wortwörtlich süssen Namen "Dolce" und für die beiden Hunde der ehemaligen Spitzenspielerin Arantxa Sanchez Vicario schlägt Günthardt "Dick" und "Doof" vor. Das Doppel-D wäre bestimmt nicht unpassend, aber "Roland" und "Garros" machen sich ja auch nicht schlecht, wenn Frauchen selbiges Turnier mal zu gewinnen vermochte.

Fedex' Gegenverkehr serviert derweil weiter munter doppelte Fehler und konstatiert ungefragt übers Aussenmikrofon, dass er jeden Ball zu spät trifft. Ich will dann wenigstens noch die letzten paar Bälle sehen, bevor mal wieder für jemanden die Doppellektion mit Prof. Dr. Fedex zu Ende geht.

Saturday, August 07, 2010

Miezekatze

Man stelle sich das vor: Da wirds am heiterhellen vernieselregneten Tag einfach plötzlich stockdunkel und gleich darauf wieder hell. Geschichten die einem einfach bleiben, obwohl sie nur gerade ein paar Sekunden dauerten.

Zugegeben, bei Nieselregen vor die Tür zu gehen ist schon nicht gerade normal. Spielen da Hunger und Durst mit und ist man nicht gewillt, schon wieder auf die eigenen Kochkünste zu vertrauen, ist man allerdings gezwungen, den Schritt über die eigene Türschwelle zu wagen. Und da draussen kann man was erleben.

Hat man diese Schwelle nämlich erst einmal überwunden und die Tür abgeschlossen gehts erst richtig los. Will man auf der Treppe richtigen Halt haben, empfiehlt sich gut geschnürtes und richtig angezogenes Schuhwerk. Darauf hab ich auch unlängst nur ungern verzichtet, als ich bei einem Kollegen zu Gast sein durfte. Ich bückte mich über meine Schuhe, wandte die vor X Jahren mühsamst erlernten Kenntnisse auf dem Gebiet der Schuhbändelwissenschaften wieder einmal an und wagte mich todesmutig die Treppenstufen hinunter.

Was weiter oben noch gut ausgeleuchtet war, wurde in Richtung Garage ziemlich dunkel. Und es wurde ganz schnell noch viel dunkler. Die Schritte, die ich Sekundenbruchteile zuvor noch andeutungsweise gehört hatte, wurden konkret hörbar und als ich mich umdrehte, sah ich nur noch einen Schatten. Alles was meine ansonsten guten Augen noch erkennen konnten, waren die Umrisse einer prächtigen Katze. "Miau!" - der unverwechselbare Gruss mit sanfter Katzenstimme. Ja eben, meine Augen lassen mich halt doch nicht im Stich.

Einigermassen perplex setzte ich meinen Weg fort. Die Katze, einiges zackiger des Weges als ich, setzte zum Überholmanöver an und entschwand ebenso schnell wie sie aufgetaucht war. Bis ich die Begegnung verdaut hatte, dauerte es ein paar Minuten. Mein Kumpane bestätigte mir das, was ich in den dunklen Sphären zwischen Treppe und Garage gerade erlebt hatte. Seither bin ich mir sicher: Ich krieg sie alle!

Friday, June 11, 2010

Gedacht - gebloggt

Leise brutzelt die Wurst
Der Grillmeister löscht seinen Durst

Wer weiss wie es weiter geht? :D

Monday, May 18, 2009

Sofa

Es war ein gutes Gefühl gestern Abend. Nach 20 langen Jahren hat das alte, mittlerweile auch teilweise kaputte Sofa unter gütiger Mithilfe zweier Sterbehelfer den Löffel abgegeben. Viel zu tief für eine anständige Sitzgelegenheit, wurde das alte Ding zuletzt auch fast nur noch als Bett (oder so ähnlich) missbraucht. Aber das alte Ding wehrte sich bis zuletzt gegen die drohende gewaltsame Zerlegung. Die eine Schraube die verklemmte, war dann jedoch eine zu viel. Statt einer sanften Beseitigung mit dem Schraubenzieher gabs so dann halt doch noch Ansätze einer nicht ganz gewaltfreien Form der Kaltverformung zu beobachten.

Das neue Sofa wurde am Freitag von einer Delegation des Haushaltsauschusses ausgewählt und heute früh angeliefert. Sitzt sich im Fall recht gut da drauf ... :)

Gruss

JOELATBSL

Monday, May 11, 2009

Fremdgegangen

Ich bin immer gerne hilfsbereit. Vor längerer Zeit habe ich schon mal jemandem den Spottertrip gerettet, der zwar dran dachte, so schnell wie es nur geht von daheim an den EAP zu radeln, aber nicht daran dachte, dass es zur Speicherung der entstehenden Bilder auch einen Chip braucht. Also lieh ich ihm 1GB Compact-Flash-Speicher.

Seit Ende letzten Jahres habe ich die Karte wieder zurück. Und nun wird sie auf meinem Rechner als "NIKON D300" angezeigt. Es sei an dieser Stelle mal humorlos und trocken erwähnt, dass ich jedem, aber auch wirklich jedem Seitensprung auf die Schliche komme!

Gruss

JOELATBSL

Tuesday, February 17, 2009

Meine Inseln

Betreffend der Inselgruppe vor Südafrika, auf die ich gestern Bezug genommen habe:

Das ist mein persönliches Archipel. Die ICAO hat da nichts verloren!

Gruss

JOELATBSL

PS: Glückwünsche zum 20. Geburtstag dem diesem Blog nicht ganz unbekannten Fräulein F. !

Wednesday, January 07, 2009

Börse

Heute hab ich mich beim Radio hören doch hoffentlich nicht verhört. Oder ist jetzt die Börse auch noch blau mit rot-weissen Titeln und einem frechen Smile im Schwanz?

"Und jetzt die Börsendaten von Thomson-Reuters..."



Gruss, JOELATBSL

Tuesday, December 16, 2008

Ohne Worte

Letztes Wochenende wars, da hab ich mal wieder die Vorzüge des Wohnsitzes genossen und mir im öffentlich-rechtlichen französischen Fernsehen ein Rugby-Spiel zu Gemüte geführt. Die Iren von Munster gegen die Franzosen von Clermont-Auvergne war die Affiche. Spektakel war geboten, Clermont führte gegen den Favoriten bis 5 Minuten vor Schluss, ehe Munster doch noch Lust zum Spielen hatte und das Spiel zu seinen Gunsten entschied.

Beeindruckt hat mich nebst einer netten Keilerei zwischen zwei wandelnden Wandschränken allerdings der gegenseitige Respekt. Zu behaupten, Rugby wäre ein sanfter Sport, ist doch leicht übertrieben, aber zumindest neben dem Feld herrschen dort ganz hohe Sitten. Egal wie aufgeheizt die Atmospähre auch sein mag, wenn ein Spieler den Ball zum Kick aufs Tee setzt, herrscht absolute Stille. Beide Fan-Lager gönnen dem Kicker seine Konzentration und es wird so ... *psssst* ... leise, dass ... *pssst* ... man sogar vor dem Fernseher ... *pssssst* ... sich Mphe gibt, möglichst leise zu sein!

Da könnten sich andere Sportarten was davon abschneiden!

Friday, December 12, 2008

Klorollen sind fürn A****

Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

Joachim ist ein revolutionärer Mensch. Sein Haushalt ist nicht auf möglichst grossen Nutzen ausgelegt, sondern darauf, dass er möglichst wenig kostet. Deshalb hält sich Joachim zwar zu meist in Berlin, Düsseldorf und einigen anderen Wohnsitzen in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf, hat seinen Steuer-Wohnsitz aber in London. Offiziell hat er dort seine Kollegen und Freunde.

Joachim ist auch bekannt für seinen äusserst sparsamen Lebenswandel. Statt Kehrichtgebühren zu bezahlen und seinen Müll artgerecht zu entsorgen, bedient er sich der Kunst des Litterings. Er entsorgt seinen Müll wann er will, wie er will und vor allem wo er will, meistens jedoch auf einer Baleareninsel.

Joachims Freunde erzählen zudem von einer äusserst unangenehmen Eigenschaft ihres Revoluzzers: Er putzt sich seinen Hintern nach dem grossen Geschäft immer mit dem selben Papier. Merke: Es steht nicht der Nutzen im Vordergrund, die Kosten müssen so tief wie möglich gehalten werden.

Jawoll, Klorollen sind fürn Arsch!